Unsere treuen Beschützer

Lernen Sie unsere Herdenschutzhunde kennen, die mit Herz und Verstand für das Wohl unserer Ouessantschafe sorgen. Erfahren Sie mehr über ihre Herkunft, Eigenschaften und ihre wichtige Rolle auf dem Eschenhof am Märchenwald.

Allgemeines über Herdenschutzhunde    

Steckbrief

  • Ursprung: Hochgebirge Europas
    (z.B. Pyrenäen, Alpen, Balkan)
  • Rassen: u. a. Pyrenäenberghund, Maremmano, Kuvasz, Sarplaninac
  • Größe: je nach Rasse Schulterhöhe 65 - 80 cm
  • Gewicht: je nach Rasse 45–60 kg
  • Fell: dichtes, wetterfestes Doppelfell – schützt vor Kälte, Hitze und Nässe. An Hals und Nacken stark ausgeprägt, um Bissen von Raubtieren standzuhalten.
  • Lebenserwartung: 10-12 Jahre

Herdenschutzhunde sind keine gewöhnlichen Hofhunde. Über Generationen wurden sie gezüchtet, um eigenständig Verantwortung für ihre Herde zu übernehmen. Ihr Beschützerinstinkt ist angeboren, doch den Umgang mit Weidetieren müssen sie von klein auf lernen. Schon als Welpen leben sie zwischen Schafen, gewöhnen sich an deren Geruch und Bewegungen und betrachten die Herde bald als Teil ihrer Familie.

Die meiste Zeit des Tages dösen die Hunde. Doch sie sind stets wachsam. Sobald sie ein Geräusch hören, stürmen sie los und überprüfen die Lage.

Pyrenäenberghunde (Patous)

Pyrenäenberghunde – auch Patous genannt – stammen aus den französischen und spanischen Pyrenäen, wo sie seit Jahrhunderten Schafe gegen Wölfe und Bären verteidigen. Sie sind groß, kräftig und ruhig im Wesen, mit einem dichten, wetterfesten Fell, das sie vor Kälte, Hitze und Bissen schützt. Ihr Charakter ist sanft, geduldig und sehr menschenbezogen, zugleich aber wachsam und entschlossen, wenn Gefahr droht. Ein Pyrenäenberghund entscheidet selbst, wann Eingreifen nötig ist – das macht ihn zu einem verlässlichen Wächter, aber auch zu einem eigensinnigen Charakterkopf. Diese Hunde werden erst mit etwa zwei Jahren, manchmal auch später, wirklich erwachsen. Bis dahin durchlaufen sie eine lange, manchmal temperamentvolle Jugendphase. Mit Geduld, klarer Führung und täglichem Kontakt zur Herde entwickeln sie sich zu ruhigen, gelassenen Beschützern – loyal, eigenständig und absolut zuverlässig.

Mozart & Einstein

Unsere Herdenschutzhunde

Mozart und Einstein sind Tag und Nacht für die Schafe da. Sie bewachen ihr Revier und entscheiden selbst, wann ein Eingreifen notwendig ist. Spaziergänger, Radfahrer und Autofahrer werden am Zaun bellend begleitet. Bei der Wahl der Rasse war mir wichtig, dass die Hunde sowohl die Eigenschaften eines Herdenschutzhundes als auch die eines Familienhundes vereinen. Pyrenäenberghunde sind territorial und beschützen ihre Herde zuverlässig – gleichzeitig sind sie sanft, freundlich und sozial. Gäste sollen unseren Hof betreten können, auch Kinder.


Bei der Erziehung lege ich deshalb großen Wert auf eine gute Sozialisation, sowohl mit Menschen als auch mit anderen Hunden und Tieren. Das Ergebnis sind zwei besonnene Wächter, die ihren Job sehr ernst nehmen: Sie passen gleichermaßen auf Haus, Hof und Schafe auf, verbellen Fremde und potenzielle Raubtiere – begrüßen Besucher, auch mit Hund, jedoch freundlich und überschwänglich.

Ein Herdenschutzhund weiß nicht allein durch seine Gene, wie das Zusammenleben mit Schafen funktioniert. Zwar ist das Beschützen der Herde instinktiv angelegt, dennoch erfordert die Ausbildung viel Zeit und konsequentes Training. Die Hunde müssen beispielsweise lernen, dass mit Schafen nicht gespielt wird – auch dann nicht, wenn diese untereinander spielen. Schon allein aufgrund von Größe und Kraft ist das zwingend notwendig. Ebenso müssen Herdenschutzhunde lernen, dass der Mensch das letzte Wort hat. Das ist bei einer Rasse, die einen Großteil des Tages selbstständig entscheidet und handelt, eine besondere Herausforderung. Auch wenn häufig behauptet wird, Pyrenäenberghunde hätten keinen will to please, kann ich dem nicht zustimmen. Meine Hunde wollen gefallen, sie suchen Feedback und Rückmeldung. Sie kennen alle gängigen Grundkommandos und beherrschen diese – auch wenn eine ordentliche Portion Sturkopf dazugehört.

 

Mozart ist der größere, aber jüngere der beiden. Er ist kräftig, selbstbewusst und steckt mitten in der Ausbildung. Manchmal zeigt sich dabei noch jugendlicher Übermut. Trotz seiner rund 55 Kilogramm ist er ein echtes Kuschelmonster und unterschätzt gelegentlich seine eigene Größe, beispielsweise wenn er versucht, sich bei Frauchen auf den Schoß zu setzen. Inzwischen hat er gelernt, ruhig bei den Schafen zu sein, kennt jedoch noch keine Lämmchen. Auch nachts kommt er mittlerweile draußen gut zur Ruhe, neigt aber noch dazu, sich nach einer gemeldeten Bedrohung ins Bellen hineinzusteigern. Daran arbeiten wir intensiv.

Einstein ist etwas älter, erfahrener und deutlich gelassener, manchmal aber ein bisschen zu kontrollierend. Er arbeitet ruhig und überlegt und nimmt seine Aufgabe sehr ernst. Wenn er Gefahr wittert, kann er innerhalb von Sekunden von null auf hundert gehen. Er ist maßgeblich an Mozarts Erziehung beteiligt, weist ihn notfalls in die Schranken und sorgt dafür, dass aus jugendlichem Übermut verantwortungsvolle Wachsamkeit wird. Auch Einstein ist verschmust und sensibel und hat seine Herde stets im Blick. Seine persönliche Baustelle ist die Futteraggression gegenüber anderen Tieren. Da er bei einem Schäfer in einem großen Rudel aufgewachsen ist und dort der Kleinste war, hat er früh gelernt, um sein Futter zu kämpfen. Wir trainieren täglich, dass Mozart und auch die Schafe in seiner Nähe ruhig fressen können. Inzwischen treten nur noch selten Anzeichen von Futteraggression auf – dennoch wird das ein Thema bleiben, an dem wir dauerhaft arbeiten müssen.

Da unsere Hunde sowohl auf uns als auch auf die Weidetiere geprägt sind, fühlen sie sich unwohl, wenn sie ausschließlich beim Haus oder ausschließlich bei den Schafen sind. Ich habe mich daher entschieden, einen Kompromiss zu finden, sodass die Hunde selbst entscheiden können wann sie bei den Schafen sind und wann sie bei uns am Hof sind. Da alle Weiden die Hofstelle umgeben und die beiden Hunde ein ausgeprägtes Gehör haben und immer wachsam sind, entgeht ihnen keine Bedrohung. Am liebsten liegen die Hunde sowieso erhöht und haben das Grundstück im Blick. Eine Steuerung über eine Hundeklappe mit Mikrochip kam nicht infrage, da es keine geeigneten Modelle in Pyrenäenberghundgröße gibt. Stattdessen sind alle Weiden mit einer etwa einen Meter hohen Umzäunung versehen, die von den Hunden über eine kleine Treppe überwunden werden kann, die Schafe jedoch zuverlässig hält. So können Mozart und Einstein jederzeit selbst entscheiden, ob sie bei der Herde oder am Haus liegen möchten. Sobald ein Geräusch ertönt, sind sie innerhalb kürzester Zeit am richtigen Ort.